Der saftig süssherbe Granatapfel

Einst Symbol für Fruchtbarkeit in der griechischen Mythologie – heute bejubelt als Superfood.

Wissenswertes aus der Botanik

Das Wort Punica von «Punica granatum», dem botanischen Namen des Granatapfels, deutet auf das Lateinische «punicus» (= punisch) hin und stellt damit einen Bezug zur römischen Provinz Punien, dem heutigen Tunesien her. Denn Überlieferungen zufolge gediehen dort die schmackhaftesten Granatäpfel des «Imperium Romanum». «Granatum» (lateinisch granum = Korn) steht für den Samenreichtum des Granatapfels, den man aufgrund seines mittellateinischen Namens «Malum granatum» deshalb auf Deutsch auch als «Apfel mit Körnern» bezeichnet. Der Granatapfelbaum ist ein immergrünes, stachelbesetztes strauchartiges Gewächs und der Granatapfel selber ist von einer ungeniessbaren, harten Schale mit roter bis bräunlicher Färbung umgeben. Sein typisches äusseres Merkmal ist der kronenartige Rest des Blütenkelchs. In seinem Inneren befinden sich auf mehrere Fruchtkammern verteilt die essbaren weiss- bis rotfarbenen Kerne, welche sehr saftig sind und süssherb schmecken.

Der Granatapfel als Symbol und dekoratives Element

Der Granatapfel ist – wie der Apfel auch – symbolträchtig und zeichnet sich sowohl durch kulturelle als auch religiöse Bedeutung aus. So ist er einerseits in der griechischen und persischen Mythologie und andererseits im Judentum und Christentum ein Sinnbild für Fruchtbarkeit schlechthin. Weiter steht er insbesondere in der Mythologie auch symbolisch für Schönheit, Liebe und ewiges Leben. Etwas allgemeiner betrachtet ist er eine sinnbildliche Darstellung der Einsicht, dass sich in einem rauen, harten Äusseren ein lieblicher Kern verbergen kann. Im Mittelalter war er als Reichsapfel ein Herrschaftszeichen und ebenfalls seit jener Zeit gilt er als Aphrodisiakum, weshalb er als Zutat in kaum einem Liebestrank fehlen darf.

Der Granatapfel ist gar Teil eines Wappenbildes. So ziert er das Wappen der südspanischen Stadt Granada, welche ihren Namen eben dieser Beerenfrucht zu verdanken hat.

Bereits in der Vorantike war der Granatapfelbaum vom Vorderen Orient über Ägypten bis in den südeuropäischen Raum verbreitet. Dadurch lässt sich auch die sehr frühe Verwendung des Granatapfels als Schmuck- und Dekormotiv erklären. In der Goldschmiedekunst tritt er oft in Form kugelförmiger Becher- oder Pokalfüsse in Erscheinung und im Jugendstil diente er als Motiv bei Fassadendekorationen.

Anbaugebiete und Saison

Heute ist der Granatapfelbaum in West- bis Mittelasien, im Nahen Osten und im Mittelmeerraum verbreitet. Grösster Granatapfelproduzent und -exporteur weltweit ist der Iran.

Die Granatapfelsaison dauert von September bis Januar.

Die Nährwerte des Granatapfels

Der Granatapfel ist reich an natürlichen Antioxidantien und enthält grössere Mengen sekundärer Pflanzenstoffe wie beispielsweise Flavonoide und Anthocyane, was mitunter zu seinem Image als «Superfood» beigetragen hat. Weiter enthält er unter anderem die Mikronährstoffe Kalium und Provitamin A.

 

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Freu dich auf die kulinarische Seite des Granatapfels

Quellen und Empfehlungen

Quellen und weiterführende Literatur: Bendel, L. (2004). Wissenswertes über Früchte und Gemüse (2. Auflage). Remscheid (D): Gardez! Verlag. Schauerte, T. (2014). Granatapfel, Granatapfelbaum. Abgerufen am 23. März 2018 von http://www.rdklabor.de/w/?oldid=93287 www.alimentarium.org. Abgerufen am 23. März 2018 www.5amtag.ch. Abgerufen am 23. März 2018

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