Wussten Sie, dass die Kokosnuss eine formidable Schwimmerin ist?

 

Weit gereist

Die ursprüngliche Heimat der Kokosnuss?  Die definitive Antwort auf diese Frage bleibt wohl für immer ein Geheimnis. Denn zum einen ist die Kokosnuss eine hervorragende Schwimmerin und gelangt so mithilfe von Meeresströmungen über tausende von Kilometern in ferne Gefilde und – bleibt währenddessen keimfähig. Zum anderen ist ihre Ausbreitung und Kultivierung grundlegend mit der Geschichte der Menschen in den Tropen verknüpft. So spielte die Kokosnuss als tragbare Quelle sowohl von Nahrung als auch von Wasser eine entscheidende Rolle für die Fähigkeit des Menschen, Seereisen zu unternehmen, Handelsrouten zu errichten und tropische Regionen der Alten Welt zu besiedeln.

Nichtsdestotrotz gibt es Hinweise auf die Herkunft der Kokospalme aus dem Raum des pazifischen und indischen Ozeans, wobei die ältesten fossilen Exemplare aus Neuseeland stammen.

Die Kokospalme…

…wird bis zu 30m hoch und ergibt je nach Alter jährlich eine Ernte von 50 bis 400 Kokosnüssen.

Die Nuss, die keine ist

Die Kokosnuss ist nicht wirklich eine Nuss. Botanisch gesehen handelt es sich bei ihr um eine einsamige Steinfrucht.

Kokoswasser ist nicht gleich Kokosmilch!

Kokoswasser ist die klare bis leicht trübe Flüssigkeit, die im Innern der grünen, unreifen Kokosnüsse enthalten ist. Die im Kokoswasser enthaltenen Nährstoffe dienen der Kokospalme als Nährstoffspeicher für die neue Palmengeneration. Palmenkeimlinge bekommen daraus die für sie nötige Nahrung um heranzuwachsen. Gleichzeitig ist Kokoswasser in den heissen Tropen als willkommener und erfrischender Durstlöscher hoch im Kurs.

Die Kokosmilch hingegen wird nicht direkt aus der Kokosnuss gewonnen, sondern durch Menschenhand hergestellt. Dazu püriert man das weisse in Stücke geschnittene Fruchtfleisch zusammen mit etwas Wasser, presst dieses Püree anschliessend aus – und fertig ist die Kokosmilch.

Kulinarisches

Kulinarische Schlemmereien lassen sich sowohl aus den Kokosnüssen als auch aus den Kokosnuss-Blütenkolben zaubern. Aus letzteren wird in den Anbauländern Palmenmark (Palmito) gewonnen, das zu Saft gepresst der Palmwein-Herstellung dient.

Aus Bukos (junge, ungeschälte Kokosnüsse) und Nawasi (junge, geschälte Kokosnüsse) bereiten die Menschen vor Ort Pasteten und süffige Getränke zu, die den westlichen Cola-Getränken den Rang ablaufen.

Kleines medizinisches "Wunder"

Kokoswasser ist steril! Deshalb wird es in den Anbauländern sogar medizinisch genutzt.

Kokosnuss-Kuriositäten

«El Coco» oder wie die Kokosnuss zu ihrem Namen kam: am Kokosnuss-Ansatz befinden sich eine Art «Augen» - drei an der Zahl. Diese Augen sollen die Spanier dazu veranlasst haben, die Kokosnuss als «Coco» zu bezeichnen, was in etwa mit «Schädel», «Fratze» oder «Grimasse» übersetzt werden könnte.

Der Arzt Peter Barss verfasste in den 80iger Jahren eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Verletzungen aufgrund fallender Kokosnüsse“. Darin zeigte er auf, dass Gewicht und Fallgeschwindigkeit der Kokosnuss bei deren Aufprall eine Gewichtskraft ergeben, die über einer Tonne Masse entspricht. Diese Forschungsarbeit brachte dem Autor eine Auszeichnung mit dem Ig-Nobelpreis ein. Ein Preis für wissenschaftliche Leistungen, die Menschen zuerst zum Lachen und anschliessend zum Nachdenken bringen sollen.

 

Quellen und weiterführende Literatur:

Barss, P. (1984). Injuries due to falling coconuts. The Journal of Trauma, S. 990f

Bendel, L. (2004). Wissenswertes über Früchte und Gemüse (2. Auflage). Remscheid (D): Gardez! Verlag.

Gunn, Bee F., Baudouin, Luc, & Olsen, Kenneth M. (2011). Independent Origins of Cultivated Coconut (Cocos nucifera L.) in the Old World Tropics. PLoS ONE 6(6): e21143. doi:10.1371/journal.pone.0021143

https://botanikguide.de/haeufiger-irrtum-wieso-die-fluessigkeit-in-kokosnuessen-gar-keine-kokosmilch-ist/, abgerufen am 15. März 2019

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